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August Löhr:
Serenade »Liebeswerben«
August Löhr haben wir im letzten Konzert (»Klassik im Salon 6«) mit seinem Tango »Bella Primavera« vorgestellt. Er gehört zu der Reihe der kaum bekannten und fast vergessenen Komponisten, wie Hermann Schulenburg und Willi Lautenschläger alias José Armandola, denen wir in unserer Programmserie »Klassik im Salon« regelmäßig einen Platz reserviert haben, um die leichte Muse oder das, was man einmal U-Musik oder gehobene Unterhaltungsmusik nannte, nicht zu kurz kommen zu lassen.
Wir verhehlen nicht, dass es in unserem Orchester Stimmen gibt, die die Qualität der ausgewählten Stücke in Zweifel ziehen und wenig Spaß daran haben, durch den (sic!) Schmalz kompositorischer Niederungen zu waten. Die Mehrheit in unserem Orchester möchte aber auf die Pflege dieses Genres nicht verzichten, das das selten eingestandene Bedürfnis nach Sentiment und Kitsch befriedigen kann und durch seine oft unfreiwillige Parodie klassischer Vorbilder beste Unterhaltung bietet.
Bei der Auswahl der Stücke aus unserem Fundus von Perlen der Trivialmusik lassen wir uns oft nur von den ulkigen Titeln leiten. »Liebeswerben« schien besonders gut zu uns zu passen, und unversehens ergaben sich aufschlussreiche Vergleiche mit der vom Solo-Cello vorgetragenen herzzerreißenden Arie des Rodolphe in unserer Kurzfassung der »Bohème« und mit Gaetanos schwärmerischem Ständchen in den »Banditenstreichen«. Der Schwulst des Operetten-Textes kann sich jedenfalls mit der Inbrunst der Violin- und Cello-Soli in Löhrs Serenade messen; eine zentrale Vortragsbezeichnung lautet dort: drängend!
M. Z.
»Liebeswerben« war Teil des Programms
»Klassik im Salon 7« .
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Letzte Aktualisierung ( Sunday, 24. February 2008 )
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